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Christian Brechbühl,Stadtpräsident der Stadt Murten

Würdigung von Peter Friedli
an seiner Beerdigung vom 26.1.2012

«Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen.»
Das hatte Albert Schweitzer, Theologe, Arzt und Friedensnobelpreisträger einst gesagt.

Liebe Trauerfamilien

Liebe Trauergemeinde

Ich habe Peter Friedli vor vielen Jahren kennen gelernt, als ich noch Obmann der

Detaillisten war. Vor über 10 Jahren wurde mir die Chance gegeben, mit ihm zusammen im Gemeinderat von Murten zu arbeiten. Bald wurde mir klar, was für ein versierter, überlegter Chefbeamter und Fachmann in unserem Kreise sass.
24 Jahre hat sich Peter Friedli uneingeschränkt und mit Begeisterung für die Entwicklung unserer Gemeinde und für den Erhalt wichtiger Kulturgüter in Murten engagiert. Aufmerksam, weitsichtig, auf Details achtend und mit einem enormen Fachwissen stand er bis zu seiner Pensionierung vor nicht allzu langer Zeit an unserer Seite.
Letztes Jahr schloss er einen gut strukturierten, vertieften und sehr ausführlichen Bericht über die Ringmauern unserer Stadt ab. Da stecken viele Jahre Erfahrung drin, vom Bau, den Materialien, der fachgerechten Instandhaltung und der geschichtlichen Zusammenhänge. Ein unschätzbar wertvoller, spannender und wichtiger Bericht für unsere Stadt.
Zu unseren schönen Brunnen hatte Peter Friedli mit Sicherheit, auch aufgrund seiner Lebenserfahrung, eine persönliche, nahe Beziehung er pflegte diese Kulturgüter mit besonderer Hingabe.
Nach seiner Pensionierung sass er oft am PC im Lesezimmer des Rathauses, wo er den genannten Bericht erarbeitete. Auf den Pulten lagen alte Pläne der Ringmauern, Fotomaterial und zum Teil recht alte Dokumente, welche er für die Arbeit durchforschte und nutzte. Wenn ich in mein Büro ging, traf ich ihn gelegentlich. Wir nahmen uns jeweils einen Moment Zeit und sprachen nicht nur über die Ringmauer und Murten. Wir diskutierten auch über Gott und die Welt, tauschten Erinnerungen aus und verrieten uns gegenseitig persönliche Weltanschauungen
– gerne denke ich an diese Gespräche zurück.
Im Verlauf unserer Zusammenarbeit durfte ich viele Seiten von Peter Friedli entdecken.
Jeden Morgen, wenn er ins Rathaus kam, pflegte er seine Brille kurz unter dem fliessenden Wasser zu reinigen, bevor er seine Arbeit begann. Das gab ihm wohl seine weite, klare und ehrliche Sicht und so ging er auch täglich seiner Arbeit nach. Er war eine tragende Stütze und ein hochqualifizierter Experte für alle Fragen bis weit über sein Fachgebiet hinaus. Dank seiner immensen Erfahrung, seiner Kenntnis aller Hoch- und Tiefbauten in unserer Gemeinde und seiner aufmerksamen Art wurden in den vielen vergangenen Jahren die Weichen stets in die richtige Richtung gestellt. Beharrlich und mit Überzeugung beriet er den Gemeinderat und machte ihn auch auf Spuren aufmerksam, welche in die falsche Richtung hätten führen können. Er war politisch ein gebildeter und aktiver Bürger.
Peter Friedli schenkte allen Mitmenschen seine Aufmerksamkeit, er interessierte sich für alle im Team, auf der Arbeit, während eines Betriebsausflugs oder in seiner Freizeit. Er suchte gerne Dialoge, und er war ein spannender Gesprächspartner.
Wenn er in der Pause über seine Zeit in Nepal berichtete, über verschiedene Projekte, das Land, die Leute, das Leben und die Kultur gebannt hörten wir ihm mit grossem Interesse gerne zu. Bei seinen bunten, plastischen und detaillierten Erzählungen fühlte man sich immer wieder einen Moment in einer anderen Welt. Es faszinierte und begeisterte die Zuhörer zugleich. Bestimmt haben ihn viele unter ihnen zwischendurch ein bisschen benieden ob diesem vielseitigen, ja einmaligen und reichen Leben.
Gerne erzählte er uns auch über Fussball, den Sport, den er leidenschaftlich lebte, mitverfolgte und in Murten auch unterstützte und begleitete. In unserem Pausenraum hängt ein Foto des Teams FC Generalrat 1995 an der Wand, wo Peter Friedli zusammen mit vielen Persönlichkeiten aus der Politik, den Kommissionen und mit seinem Sohn, dem Kadettenhauptmann Roman, zu sehen ist. Ein Foto, das seinen Platz behalten wird.


Augenblick und Ewigkeit!

Das Thema der Arteplage Murten, der Schweizerischen Landesausstellung, kurz Expo.02 ein einmaliges Erlebnis in und für Murten. Hier engagierte sich Peter Friedli ausserordentlich. Dank seinem grossen Wissen und seiner Fachkenntnis konnten etliche Projekte so gebaut werden, dass sie nach der Expo nicht zurückgebaut werden mussten und unserer Gemeinde geblieben sind. Ich denke da besonders an den Pantschau, die Bahnhofunterführung bis zur alten Freiburgstrasse, die Sanierung und den Umbau des Gärtnerhauses im Beaulieu, dem heutigen Kulturzentrum KIB, die Sicherung der Ringmauern und etliches mehr. Das war bestimmt eine seiner grössten Herausforderungen, welche er mit Überzeugung, Freude und auch mit einem verdienten Stolz angenommen und für Murten mit Perfektion erfüllt hat.

Peter Friedli, der Gemeinderat, das Team der Stadtverwaltung und die Gemeinde danken dir von Herzen.

«Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen.»

Wir haben einen Kollegen und lieben Freund verloren, doch, Peter Friedli, du bleibst in unseren Herzen!

 

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